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Lehrstuhl für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes // Montanuniversität Leoben
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Biogene Reststoffe

Unter biogenen Reststoffen verstehen wir landwirtschaftliche und industrielle Abfallstoffe mit hohem Organikanteil, welche zumeist auch einen hohen Wassergehalt aufweisen. Aus diesen Reststoffen kann mittels biologischer Prozesse erneuerbare Energie gewonnen werden. Dies geschieht z.B. durch anaerobe Fermentation (Vergärung) in Biogasanlagen, an denen aus den Reststoffen Strom und Wärme oder erneuerbares Erdgas (Biomethan) gewonnen werden kann.

Derzeit stagniert die Biogasbranche in Österreich vor allem aufgrund der hohen Rohstoffpreise, die sich durch die Konkurrenzsituation vieler Biogasanlagen auf kleinem Raum ergeben haben, und der hohen Kosten im Bereich der Verwertung der anfallenden Gärreste. Diese werden vorwiegend auf landwirtschaftliche Felder als Dünger ausgebracht, wobei die Ausbringung aufgrund des Stickstoffgehaltes der Gärreste sowohl mengenmäßig als auch zeitlich eingeschränkt ist. Dadurch sollen Grundwasserbelastungen durch ausgewaschenes Nitrat und klimaschädliche Ammoniakemissionen verhindert werden. Viele Betreiber von Biogasanlagen sind daher gezwungen, große Mengen an Gärresten zwischenzulagern und in kurzen Zeiträumen auf oft weit entfernten, zusätzlich gepachteten, Flächen auszubringen.

Die sinnvolle Einbindung von Biogasanlagen in die erneuerbare Energielandschaft wird seit mehr als 10 Jahren von uns beforscht (Ellersdorfer, 2014), wobei der Schwerpunkt aktuell vor allem auf sinnvollen Verfahren zur Verwertung der Gärreste bzw. Rückgewinnung der darin enthaltenen Nährstoffe Stickstoff und Phosphor liegt. Neben Gärresten beschäftigen wir uns aber auch mit den Ausgangsmaterialien für die Biogaserzeugung selbst und entwickeln Ansätze, Inhaltsstoffe direkt daraus abzutrennen und sinnvoll zu nutzen (z.B. aus Gülle).

Auch an kommunalen Kläranlagen wird der anfallende Klärschlamm oft in sogenannten Faultürmen zu Biogas umgesetzt und dabei biologisch stabilisiert. Nährstoffrückgewinnung bzw. Stickstoffrückbelastung sind auch hier Themen, die wir bereits längere Zeit verstärkt verfolgen. Zudem erforschen wir Möglichkeiten, die in den kommenden Jahren zunehmenden Klärschlammmengen sinnvoll zu verwerten, nachdem auch hier die Ausbringung auf Ackerflächen immer mehr zurückgeht. Dabei sind vor allem die Einsparung der energieintensiven Trocknung des anfallenden Klärschlamms sowie die Möglichkeiten der Phosphorrückgewinnung aktuelle Themen im Forschungsbereich.

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